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Geschichte

Vorweg

Seit der ältesten bekannten Nachricht von 1741 über eine Schützenvereinigung in Stecklenberg sind 265 Jahre vergangen. Seit dem existierten mehrere Stecklenberger Schützenvereine, teilweise auch nebeneinander. Diese Seite beinhaltet nur einen kleinen Auszug aus der Chronik und soll einen kurzen Einblick in vergangene Zeiten aber auch in unsere jüngere Geschichte bieten.

 

Genauere Informationen liefert das oben genannte über 300 Seiten umfassende Werk "Die Geschichte der Schützenvereine in Stecklenberg im Harz" von Georg Baars.

 

Säbel

 

Spruch

 

Schützenverein

Der Schützenverein 1741 bis 1847

 

Vom ersten Stecklenberger Schützenverein sind nur wenige Nachrichten übermittelt.

 

Er wurde 1741 gegründet.

Zuletzt wurde ein Schützenfest im Jahre 1847 an dem zwischen Neinstedt und Stecklenberg gelegenen Klötzeberge gefeiert.

 

Da bei dieser Gelegenheit der als Scheibenzeiger fungierende Schneidermeister Hohmann aus Stecklenberg infolge eigener Unvorsichtigkeit erschossen wurde, wurde die Abhaltung des Festes auf längere Jahre seitens der Behörde verboten.

 

1902 zur Wiedergründung war noch die alte Vereinsfahne vorhanden. 1928 konnte sich noch ein alter Neinstedter an das Verbot des Vereins auf 50 Jahre erinnern.

 

 

Der Schützenverein 1902 bis 1945

 

Um den Fremdenverkehr in Stecklenberg weiter zu steigern, bemühte sich der Besitzer des Hotels "Zum Waldfrieden" Otto Stolze in Stecklenberg wieder Freischießen also Schützenfeste zu veranstalten.

 

Ebenso bemühte sich Maurermeister Heinrich Homeyer.

Otto Stolze aus Thale war seit dem 1. Mai 1900 Inhaber des "Waldfriedens".

 

Die Neugründung des Schützenvereins erfolgte vor dem Himmelfahrtstag am 8. Mai 1902 im Hotel "Zum Waldfrieden", das seit dem das Vereinslokal war.

 

1902 fand auch das erste richtige Schützenfest statt, bei der Otto Stolze König wurde. Geschossen wurde seit dem im ehemaligen Garten des "Waldfrieden" auf dem Gelände des jetzigen Freibads in Richtung Hang.

 

Am Hang war ein Graben für den Scheibenzeiger.

Die Schützenfeste wurden von nun an zu den größten Festen in Stecklenberg. Der Festplatz der Schützenfeste war bis 1939 immer im Garten des "Waldfriedens".


Die Veranstaltungen zu Schützenfesten fanden in allen Gaststätten statt.

 

Geschichte

 

In der Regel begann das Fest am Sonnabend-Abend mit einem Zapfenstreich oder Kommers.

 

Am Sonntag war das Schießen, Rummel auf dem Festplatz, Bewirtung in den Gaststätten sowie Umzug zum Abholen der letztjährigen Könige. Abends war Tanz in den Gaststätten.

 

Am Montag wurde das Fest fortgesetzt, die Könige proklamiert und mit einem Umzug nach Hause gebracht.

 

Die Festumzüge der Schützen endeten stets auf dem Festplatz.

 

Am Dienstag nagelte man die neuen Königsscheiben an. Am darauffolgenden Sonntag wurde zum Abschießen oder Hirschschießen nochmals gefeiert.

 

1903 am 17. Mai erfolgte die Weihe der neuen, von den Stecklenberger Jungfrauen gestickten Vereinsfahne unter zahlreicher auswärtiger Beteiligung.

 

Die Fahne wurde zur Wiedergründung 1992 von Karl Heiz Götze dem Verein übergeben.

 

1904 stiftete der Herr Tiedemann aus Berlin eine silberne Kette für den König.

Diese wurde 1997 von Familie Rinsland/ Boenke dem Verein überreicht und ist heute Bestandteil der Königskette.

 

Langjähriger Schützenhauptmann war von 1914 bis 1945 Wilhelm Sterz, bis 1934 auch Vorsitzender des Vereins.

 

Er ritt zu den Schützenfesten auf einem Pferd dem Umzug voran, den Schützensäbel umgeschnallt.

 

Der Säbel wurde dem jetzigen Schützenverein 1997 von Wilfried Stertz, dem Sohn des Schützenhauptmanns Wilhelm Sterz, gestiftet.

 

1939 fand für 53 Jahre das letzte Schützenfest statt.

 

Ab 1939 bis 1945 kam das Vereinsleben mehr und mehr zum Erliegen.

 

Es fanden keine Schützenfeste mehr statt.

 

Nach 1945 wurden die Schützenvereine und die anderen Traditionsvereine, wie der Harzklub verboten.

 

Bis 1990 durften von den alten Vereinen nur noch der Männerchor und die Feuerwehr tätig sein.

 

Bericht eines Zeitzeugen

Unser Ehrenmitglied Karl Ulrich, der einzige der "alten Schützen", der zur Wiedergründung 1992 noch lebte, berichtete uns von den 30er Jahren:

 

Ein Schützenfest war in Stecklenberg schon immer ein großes Ereignis.

Die Männer liefen stolz in ihren Uniformen herum und jede Frau hatte ein neues Kleid an.

 

Der Schützenverein mit seinen damals etwa 40 bis 50 Mitgliedern konzentrierte seine ganze Kraft auf dieses Ereignis, während er in den übrigen Wochen des Jahres nicht aktiv war.

 

Das Schützenfest fand immer am 2. Sonntag im August statt. An den zwei Sonntagen vor dem eigentlichen Fest wurden Übungsschießen für die Mitglieder veranstaltet.

 

Man schoss damals auf dem jetzigen Gelände des Schwimmbades. Nachdem das Bad ( seit 1935 ) gebaut worden war, wurde es an diesen Tagen abgesperrt .

 

Der Verein hatte Mühe, daß alle Mitglieder auch Uniformen besaßen.

 

Darum wurden auf Vereinskosten jährlich einige Uniformen gekauft, die dann zu den Übungsschießen ausgeschossen wurden.

 

Das klappte so gut, daß niemand zwei Uniformen bekam und fast alle schon eine gewonnen hatten.

 

Jedenfalls hat sich wahrscheinlich niemand seine Uniform selbst gekauft. Am Sonnabend vor dem eigentlichen Fest fand im "Waldfrieden" ein Kommers statt, man könnte auch Tanzabend sagen.

 

Gleichzeitig war bei Ungefroren ( jetzt Kulturraum ) Tanz.

 

Das Schützenfest begann am Sonntag nach dem Mittag ( etwa 14 Uhr ) mit der Abholung des alten Schützenkönigs, des Hirschkönigs und des Jugendkönigs ( damals nahmen die Frauen noch nicht am Schießen teil ).

 

Bei jedem der Umzüge gab es eine bestimmte Ordnung, bei der der Schützenhauptmann zu Pferd voran ritt.

 

In all diesen Jahren war das Wilhelm Stetz, ausgerüstet mit einer würdigen Bauchschärpe, einem Säbel und einem runden Schirmhut.

 

Einen Schirmhut trug auch sein Stellvertreter, Feldwebel genannt.

 

Die anderen Mitglieder trugen zu ihrer grünen Uniform einen Filzhut mit Kokarde, der sich in der Form an die Hüte des Deutschen Süd-West-Afrika-Korps anlehnte.

 

Und natürlich hatten alle ihre gewonnenen Orden und Ehrenzeichen an die Brust geheftet, die Könige ihre Königsketten umgelegt.

 

Hinter dem Hauptmann schritt zu Fuß der Fahnenträger, begleitet von zwei Mitgliedern, dazu gesellten sich die Könige.

 

Danach kam die Kapelle und dann die übrigen Mitglieder.

Jährlich wurden drei Kapellen angeschrieben, um deren Preise festzustellen.

 

Mit Kapellmeister Bläs aus Suderode hatte man aber die Vereinbarung, daß er noch 20 Mark unter dem tiefsten Gebot liegen würde.

 

So kam es, daß stets die Bläs´sche Kapelle mit ihren 15 bis 20 Mitgliedern zum Umzug und dann auch nachmittags und abends aufspielte.

 

Der ganze Umzug marschierte zum Festplatz hinter dem "Waldfrieden" ( jetzt Vorplatz zum Tupperlager ).

 

Dort waren Buden und Karussells zur Volksbelustigung aufgebaut.

Die Schützen begaben sich zum Schießplatz ( am Bad ).

 

Geschossen wurde auf eine Distanz von 80 Metern auf eine einzige 12er -Scheibe.

 

Die Scheibe befand sich am Hang neben dem Gelände des Bades ( auch als Sonnenbad bekannt).

 

Es wurde also leicht schräg nach oben geschossen.

Unter der Scheibe saß in einem Graben der Ansager, der die Ergebnisse rief und die Einschüsse wieder zuklebte.

 

Die zwei Büchsen stellte Ludwig Kranert zur Verfügung.

Er machte auch die Patronen dazu selbst.

Jedes Jahr stiftete er zwei Orden für die Übungsschießen.

 

Am Sonntag fand ein weiteres Übungsschießen statt.

Am Abend ging man wieder zum Tanz.

Die Dorfjugend schoss während dessen ihren Jugendkönig aus.

 

Dazu hatte man einen Luftgewehrstand in einem Garten aufgebaut.

Die Kinder hatten einen Wettbewerb mit Blasrohr.

 

Es wurden Luftgewehr-Pisken geblasen, die die Scheibe auch durchschlugen.

Blasrohre gab es damals zu kaufen.

 

In einem Umzug brachte man den Jugendkönig nach Hause, wo Limonade spendiert wurde.

 

Montags kamen noch einmal sehr viele Gäste. Am Montag Nachmittag war das Königsschießen.

Jedes Mitglied des Vereins hatte 3 Schuß.

 

Es wurde stehend aufgelegt geschossen.

Bei Gleichstand der Besten war ein Stechen vorgesehen.

 

Gegen Abend stand der Schützenkönig fest. Auf dem Festplatz fand die Ehrung statt.

 

Dem neuen Schützenkönig wurde die Königskette umgehängt, die er bis zum nächsten Schützenfest behielt.

 

Dem zweitbesten Schützen wurde die Ehre zuteil, für ein Jahr der Fahnenträger zu sein.

 

Mit einem großen Umzug brachte man den Schützenkönig nach Hause.

 

Es wurden 2 oder 3 Ständchen gegeben, dann gingen 2 bis 3 Begleiter mit ins Haus, um zu gratulieren.

 

Natürlich bekamen sie einen Schnaps.

 

Vielleicht traute sich auch manch Schützenkönig nicht allein nach Hause, denn die Angelegenheit war ja nicht ganz billig.

 

Inzwischen wurden zwei grüne Bäume an die Haustür gestellt.

 

Der Umzug ging dann ohne König zurück zum Festplatz, wo er sich auflöste.

 

Am Abend war dann wieder Tanz.

Am darauffolgenden Sonntag wurde nachmittags das Abschießen veranstaltet.

 

Der Ansager im Graben bewegte eine 12er Schießscheibe von ca. 1 x 1 m mit einer Stange von links nach rechts.

 

Wieder hatte jeder Schütze 3 Schuß, die er während der Bewegung der Scheibe abgeben mußte.

 

Der Schütze mit den meisten Ringen war der Hirschkönig Auch der Hirschkönig wurde mit einem Umzug nach Hause begleitet.

 

Abends war wiederum Tanz.

 

Ein paar Tage später befestigten dann die Mitglieder an den Häusern der Könige Tafeln von ca. 75 x75 cm mit der Aufschrift "Schützenkönig" bzw. "Hirschkönig" und der Jahreszahl.

 

An einem späteren Wochenende veranstaltete der Schützenverein unter sich einen gemütlichen Abend.

 

Essen und Getränke waren frei, denn den Abend bezahlten die beiden Könige.

 

Der Verein gab dem Schützenkönig 50 und dem Hirschkönig 25 Mark dazu, da so ein Abend leicht 200 Mark kosten konnte.

 

Der Wochenverdienst lag bei etwa 35 Mark.

 

Kleinkaliberschießklubs und KLV

Der Krieger- und Landwehrverein 1848 bis 1945

 

Der Krieger- und Landwehrverein wurde am 8. Oktober 1848 gegründet.

 

Die Tracht der Mitglieder bestand in Erinnerung an die Freiheitskämpfer aus einem schwarzen Rock und Hut.

 

1884 gründete sich eine eigene Kameradschaft des Krieger- und Landwehrvereins für Stecklenberg.

 

Dieser löste sich im ersten Weltkrieg praktisch auf, da fast alle Mitglieder eingezogen wurden.

 

1926 erfolgte die Neugründung des Krieger- und Landwehrvereins. Die Zeitung berichtete:

 

"Vergangenen Sonnabend scharten sich zahlreich die Kameraden im "Grünen Wald" um die seit langen verwaiste Fahne. 30 Personen traten dem Verein sofort bei.

 

1. Vorsitzender Herr Förster Kühnast (aus Friedrichsbrunn),

2. Vorsitzender Herr Baron von dem Bussche-Streithorst, Schriftführer Herr Rechnungsrat Geyer, Kassierer Herr Goldammer, Ehrenmitglied Veteran Meier ist über 70 Jahre und Teilnehmer am Feldzug 1870/71.

 

" Die Wiedergründung erfolgte im Februar, die offizielle Gründungsfeier mit starker auswärtiger Beteiligung erst am 25. April 1926.

 

Krieger- und Landwehrverein

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Der Krieger- und Landwehrverein schoss im Hotel "Zum Grünen Wald" Kleinkaliber und gründete am 29. Oktober 1932 den Kleinkaliberschießklub "Tell".


1938 gehört der Verein zum NS Deutscher Reichskriegerbund.

Man begeht den 90. Gründungstag.

 

Beitritt für Gediente wird Pflicht. 1945 werden der Verein und die anderen NS Organisationen verboten.

 

Der Kleinkaliberschießklub "Freischütz" 1931 bis 1945

 

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Am 27. Juni 1931 erfolgte die Gründung des Kleinkaliberschießklub "Freischütz" durch den Schützenverein, da dieser nur Großkaliber schießen wollte.

 

31 Mitglieder erklärten sich zum Eintritt bereit.

Für das Luftgewehr war früher auch Kaliber 6 mm üblich.

 

 

Eine solche alte Waffe war 1970 noch im "Waldfrieden" vorhanden.

 

Der Kleinkaliberschießklub "Freischütz" hat die stattliche Mitgliederzahl von 46 erreicht. Übungsschießen waren regelmäßig Donnerstagabend.

 

Das Üben lohnt sich.

1934 wird der Einwohner Bruno Rinsland aus dem Kleinkaliberschießklub "Freischütz" in Halberstadt neuer Bezirksmeister im Kleinkaliberschießen.

 

Der Verein veranstaltete mehrere Preisschießen und nahm an verschiedenen Preisschießen im Orte und auswärts teil.

 

1945 wird der Verein verboten.

 

 

Der Kleinkaliberschießklub "Harzschütz"

 

Im Juli 1931 gründeten Mitglieder des Schützenvereins im Hotel "Zum Wurmtal" (jetzt Kulturraum) den Kleinkaliberschießklub "Harzschütz".

 

Eine Woche vorher war von anderen Mitgliedern im "Waldfrieden" der Kleinkaliberschießklub "Freischütz" gegründet worden.

 

Noch im August wurde ein KK-Schießstand gebaut.

 

Die Einweihung war am 23.8.1931. Das Schießhaus befand sich am Hotel "Zum Wurmtal" unterhalb des Küchenberghanges.

 

Zwei 50 Meter Bahnen gingen schräg in den Hang.

 

Es wurde etwa 1991 abgerissen.1933 wurde auch dieser Verein gleichgeschaltet.

 

Im Mai fanden Wettkämpfe aller Schützenvereine statt, bei der der "Harzschütz" den zweiten Platz errang.

 

Nach 1936 fehlen Nachrichten über den Verein. Im Kriege ist er nicht mehr im Vereinsregister in Quedlinburg erschienen.

 

HSV Stecklenberg

Der Schützenverein ab 1992 "Harzer Schützenverein Stecklenberg e.V."

 

Gründung

 

Am 12. Dezember 1992 wurde der Stecklenberger Schützenverein in der Schlossgaststätte wiedergegründet. Er nennt sich seit dem "Harzer Schützenverein Stecklenberg e.V."

 

Die Wiedergründung erfolgte unter der alten Vereinsfahne von 1903. Diese Fahne hatte zuletzt Karl-Heinz Götze aufbewahrt und als Mitgründer dem Verein sofort zur Verfügung gestellt.

 

24 Mitglieder wurden zur Gründung eingetragen. Der HSV trat dem Kreisschützenbund, dem Landesschützenverband Sachsen-Anhalt, dem Kreissportbund und dem Landessportbund bei.

 

Die Vereinsfarben wurden Schwarz, Grün und Silber, Vereinsymbol der Turmrest der Vorburg der Lauenburg. Es wurde keine Uniform, sondern eine Vereinstracht in Schwarz gewählt.

 

Wappen1

 

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